Aktuelles
Mit Brachytherapie
gegen den Prostatakrebs
Mit der Brachytherapie erweitert die Klinik für Strahlentherapie Hamm die Therapiemöglichkeit beim Prostatakrebs, der eine der häufigsten Tumorerkrankungen bei Männern darstellt. Viele Studien belegen die guten Erfahrungen, die Oberarzt Dr. Frank Witt mit dieser Methode bereits gemacht hat.
Die therapeutischen Möglichkeiten in der Behandlung des Prostatakrebses sind in den letzten Jahren entscheidend erweitert worden.„Insbesondere in der Strahlentherapie vollzog sich eine wesentliche Entwikklung“, erläutern Leitender Arzt Dr. Jany und Oberarzt Dr. Witt, der sich in der Universitätsklinik Münster bereits eingehend mit den verschiedenen Bestrahlungstechniken bei dieser Erkrankung beschäftigt hat.
Patienten mit Prostatakarzinom im Frühstadium steht mit der Seed-Implantation eine interessante Alternative zur Radikalopera-tion zur Verfügung. „Diese Behandlung hat in den USA in den letzten 10 Jahren eine zunehmend breite Anwendung erfahren und sich neben der operativen Totalentfernung der Prostata als Standardverfahren etabliert. Auch in Deutschland wird diese Therapie zunehmend eingesetzt“, informiert Dr. Jany weiter.
Bei der Brachytherapie mit Seeds werden radioaktive Strahlungsquellen in den menschlichen Körper eingebracht, entweder in den Tumor selbst oder in dessen Nähe, beziehungsweise um den Tumor herum. Dr. Jany: Seeds sind Radioisotopen-Präparate. Sie werden implantiert, wenn eine dauerhafte Form der Behandlung des Prostatakarzinoms erforderlich ist.“ Die Implantate verbleiben in der Prostata und geben die Strahlungüber mehrere Monate unmittelbar in das Tumorgewebe ab.
Geringere Beeinträchtigung von
Sexualität und Kontinenz
Das gesamte Verfahren funktioniert minimal- invasiv und basiert auf modernen Bildgebungstechniken. In Volloder Teilnarkose werden unter Ultraschallkontrolle Punktionsnadeln vom Damm her durch die Haut im Prostatagewebe platziert und über diese die Seeds implantiert. Durch die gute Bildqualität und die Möglichkeiten der modernen computergestützten Bestrahlungsplanungssysteme ist eine äußerst exakte Behandlung möglich. Vorteile der Seedbehandlung gegenüber der Radikaloperation sind die geringere Beeinträchtigung von Sexualität und Kontinenz.
Eine weitere Methode der Brachytherapie, die jetzt ebenfalls im St. Marien-Hospital bei lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinomen angewendet werden kann, ist die so genannte Afterloading-Behandlung. In diesem Fall wird ein radioaktiver Strahler(Iridium-192) über Hohlnadeln in die Prostata eingebracht. Die hochenergetische Quelle verbleibt nur eine kurze, nach einem Dosisplan genau berechnete Zeit in der Prostata. „Das Afterloading-Verfahren wird einmalig in etwa einwöchigem Abstand nach externer Strahlentherapie durchgeführt“, so Dr. Witt.
Diese Kombination aus externer und interner Behandlung ermöglicht es, eine deutliche Dosiserhöhung im Bereich der Prostata zu erreichen. Dabei ist bekannt, dass bei den lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinomen die so erhöhte Dosis zu deutlich besseren Ergebnissen führt. Dies gilt auch für Tumore, die durch eine Operation möglicherweise nicht mehr komplett zu entfernen sind. Diese äußerst effektive und intensive Form der Strahlentherapie wird häufig mit einer antihormonellen Behandlung kombiniert.
Mit den verschiedenen Varianten der Brachytherapie und der äußeren Bestrahlung bietet das St. Marien-Hospital alle gängigen Verfahren in der strahlentherapeutischen Behandlung des Prostatakarzinoms an.