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Aktuelles
Erfolge mit der Kombination von
Strahlen und Medikamenten
„Die Entwicklung individueller Tumortherapien steht im Zentrum unseres Handelns“, betont Dr. Ralf Jany, Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie im St. Marien-Hospital Hamm.Neben die Operation tritt als Therapieoption die Strahlentherapie und die Chemotherapie. Bei 40 Prozent aller dauerhaften Tumorheilungen ist die Strahlentherapie beteiligt oder sogar die alleinige Behandlungsart. Eine besondereBedeutung kommt dabei der Radiochemotherapie zu – die Kombination von Strahlen- und medikamentöser Therapie.
"Bösartige Tumoren werden sehr häufig bestrahlt“, erläutert Dr. Jany, der bei einem der führenden deutschen Strahlentherapeuten, dem Tübinger Professor und derzeitigem Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, Dr. Michael Bamberg, als leitender Oberarzt tätig war. Bamberg wiederum ist geborener Hammer. Sein Vater, Dr. Lothar Bamberg, hatte die „Radio-Onkologie“ in der damaligen Knappschaftsklinik aufgebaut und als erstes in Hamm Behandlungen mit dem Kobaltbestrahlungsgerät durchgeführt. Es wurde über 20 Jahre lang eingesetzt.
Die Anwendungsbreite der Radiochemotherapie, der gleichzeitige Gabe einer Chemotherapie während der Bestrahlungsbehandlung, ist groß und weitet sich aus. Durch die zur Bestrahlung simultan applizierte Chemotherapie werden die Tumorzellen wesentlich empfindlicher und damit angreifbarer für die Strahlentherapie. Bereits klassisch ist der Einsatz in der Behandlung des Enddarmkrebses ohne Fernmetastasierung. Hier bildet die Operation das bewährte Standardverfahren. Im St. Marien-Hospital wird sie durch den Visceralchirurgen, Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Ansgar Röhrborn, vorgenommen. Radiochemotherapien können sowohl vor als auch nach der Operation eingesetzt werden, „einmal um die Operationsfähigkeit zu verbessern, andererseits um die Gefahr eines Widerauftreten des Tumors zu minimieren oder sogar ganz auszuschalten“, erläutert Dr. Jany. Internationale Studien untermauern die Effizienz der voroperativen Radiochemotherapie, die im Darmzentrum Hamm, einer Kooperation des St. Marien-Hospitals und der St.Barbara-Klinik Hamm-Heessen, standardmäßig eingesetzt wird. „Wenn das gesamte Tumorgewebe entfernt werden kann, sind die Chancen auf eine vollständige Heilung sehr gut.“ Neue Substanzen tragen zur weiteren Verbesserung der Behandlungsergebnisse bei, in dem sie die Strahlenempfindlichkeit des Tumorgewebes abermals erhöhen.
Nutzen einer Radiochemotherapie gilt für
eine Vielzahl von Tumorerkrankungen
Auch bei Tumoren im Hals-, Nasen- und Ohrenbereich ergänzen sich Strahlen und Medikamente. Selbst Patienten, die nicht mehr operiert werden können, profitieren von dieser Methode – ebenso Patienten mit Hirntumoren, Lungentumoren, Gebärmutterhals- sowie Speiseröhrentumoren.
Der Nutzen einer Radiochemotherapie gilt heute mehr denn je für den Lungentumor. Bei Patienten im Stadium III oder IV, die nicht mehr operiert werden können, kann dieÜberlebensrate deutlich verbessert werden. Somit ist die Radiochemotherapie ebenso wie die alleinige Chemotherapie ein wichtiger Bestandteil in der Behandlung schwer Krebskranker Patienten.
„Den Vorteil, den wir als St. Marien-Hospital haben, ist der, dass die Radiochemotherapie komplett bei uns in der Klinik für Strahlentherapie Hamm durchgeführt wird“, verweist der Chefarzt auf ein gut „eingespieltes Team“ aus speziell aus- und weitergebildeten Ärzten und Pflegenden. Auf der klinikeigenen Station werden die Patienten während der Chemotherapie von denjenigen Ärzten betreut, die auch die Radiotherapie unter ambulanten Bedingungen durchführen. So ist eine durchgängige Qualitätskette gegeben, die Kompetenz gewährleistet und
Vertrauen schafft.
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